Litha

Wann wird gefeiert?

Litha (kelt. „Licht“) wird am Tage der Sommersonnenwende – also um den 21. Juni – bis in die tiefe Nacht hinein und gar bis zum nächsten Morgen gefeiert.

Was wird gefeiert?

Dieses Äquinoktium ist der offizielle Beginn des Sommers und sieht den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Nun hat die Sonne ihre volle Kraft erreicht, es ist der Höhepunkt des Jahres und das heiligste Fest im Jahresrad. Danach werden die Tage wieder kürzer. Man bezeichnet Litha auch als „Spargelsilvester“, da mit diesem Tage das Spargelstechen endet.

Mythen & Legenden

Nun ist die Erdengöttin schwanger mit den werdenden Früchten. Die Kelten glaubten, an diesem Tag werde der Eichenkönig Baldur durch den Gott Loki von einem Mistelzweig getötet, da die Mistel das einzige Wesen war, welches seiner Mutter, der Göttin Frigg, nicht schwören musste, ihrem Sohn nichts anzutun.

Wie wurde früher gefeiert?

Die Kelten nannten diesen Sabbat auch „Alban Hevin“, „Alban Eruin“ oder „Meán Samhraidh“. Sie tanzten in ritueller Nacktheit um die Freudenfeuer. Auch hier wurde natürlich über das Feuer gesprungen, Kinder wurden darüber geworfen. Der Sprung sollte reinigen, die Höhe des Sprungs sollte Auskunft über die Güte der Ernte geben und Liebende sprangen natürlich Hand in Hand, denn wenn sie einander nicht losließen, so sollte die Liebe auch halten. Auch rollte man brennende Räder die Hügel hinab, um das Drehen des Jahresrades zu symbolisieren.

Welche Bräuche sind heute üblich?

Litha ist ein in jeder Hinsicht besonders ausgelassenes Fest, ein Fest der Freude, des Übermuts, aber auch der Dankbarkeit. Schon früh am Morgen bietet es sich an, Johanniskräuter zu sammeln, da diese an Litha gesammelt die stärkste Heilkraft haben. Dann kann der Tag zum Beispiel mit einem Sprung in einen kühlen Baggersee fortgeführt werden. Als Mittagessen empfiehlt sich ein frischer Tomatensalat. Am Nachmittag kann man etwa mit Freunden einen schattigen Platz im Garten aufsuchen, um ein Eis zu essen. Abends geht man auf einen Berg oder Hügel, um den Sonnenuntergang zu sehen. Man genießt also den ganzen Tag über einfach nur den Sommer. Abends werden dann große Freudenfeuer entzündet und es wird darum herum getanzt. Alles Lebensbehindernde kann symbolisch den Flammen übergeben werden. Zudem kann man Fackeln im Kreis schwingen, um das Drehen des Jahresrades zu symbolisieren. Das Bier wird mit rituellen, aphrotisierenden Kräutern versehen. Bald kann man auch Gottheiten, Feen und andere Naturwesen mittanzen sehen. So werden die Tänze immer wilder und erotischer, Lust und Leidenschaft fließen in die Feierlichkeiten mit ein, ehe der neue Tag anbricht.